Einen Ausflug in die Anfänge der Magdeburger Druckgeschichte unternahmen am 5 Februar die Gäste des Vereinsabend der Magdeburger Pirckheimer. Zu verdanken haben sie dies Helmut und Sabine Heinrich. Das Ehepaar stellte ihr jüngstes gemeinsames Buch vor, dass sich dem Leben und Wirken des Bartholomäus Ghotan widmet. 

Nicht nur die Gäste, auch die Autoren hatten bei der Buchvorstellung sichtlich Vergnügen. | © R. Wege

Bereits 35 Jahre nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks erschien in Magdeburg das erste gedruckte Buch, das „Missale Magdeburgense“. Es entstand in der Druckwerkstatt des Bartholomäus Ghotan, welcher nachhaltige Spuren hinterließ. Diese Biografie dokumentiert eindrucksvoll den nicht alltäglichen Lebensabschnitt des in Magdeburg geborenen Bartholomäus Ghotan, der sich unermüdlich einer bedeutenden Aufgabe stellte. Als das Kollegium des Domkapitels 1478 den Vikar Ghotan mit der Gründung der ersten Buchdruckerei Magdeburgs beauftragte, begannen seine bemerkenswerten Jahre, in denen er sich der Anwendung und der Verbreitung des neuen Buchdruckverfahrens widmete. Mit großer Schaffenskraft dehnte er seinen Wirkungskreis von Magdeburg über Lübeck, Stockholm und Turku bis nach Nowgorod aus. Ghotan war als erfolgreicher Geschäftsmann auch Verleger, Übersetzer und Diplomat.

 Im Anschluss an die Buchvorstellung nutzten die Besucher die Gelegenheit, sich das Buch von den Autoren signieren zu lassen.

Es ist nicht das erste Buch, dass die Autoren veröffentlichten. Vor zehn Jahren erschien bereits ihr umfassendes Buch zur Druckgeschichte unter dem Titel „Die Welt des Druckens“ mit dem Untertitel „Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte der Schwarzen Kunst in Magdeburg“.

Die gelesenen Textpassagen wurden mit den entsprechenden Bildern begleitet. | © R. Wege

Vereinsvorsitzende Sigrid Wege bedankte sich bei den Autoren. | © R. Weg

Gerne wurde die Chance genutzt, sich ein Buch signieren zu lassen. | © R. Wege


Helmut und Sabine Heinrich: „Bartholomäus Ghotan – Ein Leben für die Schwarze Kunst“
Eigenverlag der Autoren
1. Auflage 2019
Umschlaggestaltung, Layout und Bildbearbeitung: Autoren
Gesamtherstellung: Salzland Druck GmbH & Co. KG, Staßfurt

Bezugsmöglichkeit:
Bestellungen an Helmut Heinrich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Preis: 14 Euro

 

Kein Stuhl blieb frei während des Neujahrsempfangs, zu dem die Magdeburger Pirckheimer und der Literaturhaus-Verein am Mittwoch, 22. Januar 2020, eingeladen hatten. Nach dem musikalischen Auftakt durch Frank Schöpke begrüßte Literaturhaus-Chefin Ute Berge die Gäste und stellte die Pläne ihres Hause für das neue Jahr vor.

Anschließend wünschte Pirckheimer-Vereinsvorsitzende Sigrid Wege den Besuchern alles Gute für 2020 und begrüßte insbesondere Kay Voigtmann. Seine Grafiken, Zeichnungen und Buchillustrationen sind derzeit in der Ausstellung im Literaturhaus zu sehen und bildeten so einen eindrucksvollen Rahmen für den Neujahrsempfang.

Kay Voigtmann war an diesem Abend gemeinsam mit Michael Schlutter aus Gera nach Magdeburg gereist. Michael Schlutter ist Alt-Logenmeister der Johannisloge "Heinrich zur Treue" in Gera. Er erläuterte in seinem Vortrag »Freimaurerei eine königliche Kunst« seine Sicht auf verschiedene Theorien  über die Entstehung der Freimaurerlogen, schlug den Bogen zur aktuellen Logenarbeit und schloss den Zirkel mit Blick auf Arbeiten von Kay Voigtmann.

Wie auf anderen künstlerischen Gebieten auch, so finden freimaurerische Themen ihren Weg in die Arbeit eines Grafikers wie Kay Voigtmann. Und so hatte Michael Schlutter aus seiner Privatsammlung drei Zeichnungen von Kay Voigtmann mitgebracht, anhand derer er diese Widerspiegelung der Freimaurerei in der Kunst kurz erläuterte. Während diese Arbeiten nach dem Neujahrsempfang wieder zurück nach Gera mitgenommen wurden, sind drei andere großformatige Zeichnungen zum Thema Freimaurerei seit dem Neujahrsempfang in der Ausstellung zu sehen. Diese hatte der Künstler aufgrund des Vortragsthemas kurzfristig angefertigt und am Abend mitgebracht. Sie sind zusammen mit den anderen rund 40 Exponaten noch bis zum 28. Februar im Literaturhaus zu sehen. Denn die Ausstellung, die ursprünglich Ende Januar schließen sollte, ist um vier Wochen verlängert worden.

Der Vortrag, die neuen Werke und die »bunte Mischung« des kunstinteressierten Publikums sorgten für anregende Gespräche untereinander und insbesondere mit dem Referenten und dem Künstler.

Literaturhaus-Chefin Ute Berger begrüßt die Gäste des Neujahrsempfangs. 

Mann mit Musikinstrument